Streitthema Nr. 1

Ich kann nicht genau erklären, warum ich nicht öfter in meine alte Heimat fahre. Dort wo ich aufgewachsen bin, wo meine Familie lebt, gute Freunde, mein bester Freund. Es ist ein ständiges Streitthema und ich muss mich immerzu erklären. Natürlich vermisse ich sie alle, dass ist doch selbstverständlich, aber gleichzeitig ist es auch unglaublich Kräfte zehrend wenn ich dann bei ihnen zu Besuch bin. Ein Zustand den ich nicht so recht beschreiben kann. Vielleicht eine Eigenheit die ich mir selbst zuzuschreiben habe, weil es anderen möglicherweise ganz anders ergeht. Bei mir ist es nun mal so. Ich möchte auch nicht immerzu darüber reden müssen. Wir tanzen alle auf unsere eigene Art aus der Reihe.

Meine Familie ist hier immer herzlich willkommen und das wissen sie auch. Mit meinen Freunden sieht das Ganze schon wieder komplizierter aus. Vielleicht ist der Schmerz von damals noch nicht ganz abgeklungen, dass sie mich haben gehen lassen. Sich nicht von mir verabschieden haben, weil wir zu dieser Zeit alle ein wenig zerstritten waren. Kein lebe wohl, nicht eine einzige beschissene Reaktion. Jetzt, Jahre später wird in den höchsten Tönen gejammert und bedauert. Ich möchte keinem weh tun und sie haben nicht das Recht mir immerzu ein schlechtes Gewissen einzureden. Sie hätten mich damals aufhalten können oder sich wenigstens angemessen verabschieden können. Nun sind die Dinge wie sie sind.

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Eine Antwort auf „Streitthema Nr. 1

  1. Sei nicht so streng mit den anderen. Es mag sein, dass sie aufgrund der Umstände deines Weggangs etwas verschnupft sind. Das sie den Kontakt aber nicht gänzlich abgebrochen haben, deute ich als Zeichen, dass sie dich irgendwo auch vermissen. Sicher überspielen sie ihre eigene Unsicherheit indem sie sticheln.

    Das Leben nimmt seine eigenen Wege und man selbst geht seine eigenen Wege. Auch wenn man vielleicht über Jahre hinweg Seite an Seite gegangen ist, so kommt vielleicht irgendwann der Tag, wo man sich von einander entfernt. Es mag dem einen mehr schmerzen als den anderen. Dem, der sich dazu entscheidet einen eigenen Weg einzuschlagen, fällt es sicher leichter, weil seine Entscheidung auf dem eigenen Willen beruht. Derjenige oder Diejenigen, die zurückgelassen werden und nur nachschauen können, empfinden größeren Schmerz, weil eine Lücke bleibt, wogegen derjenige der gegangen ist, neue Eindrücke zu verarbeiten. Dennoch bleibt auch dort ein Schmerz, wenn man zu seinen Wurzeln zurückkehrt und irgendwann wieder Abschied nehmen muss. Dann schmerzt es auch den, der freiwillig gegangen ist.

    Das Leben ist ein Kommen und Gehen. Manchmal temporär und manchmal für immer. Wie dem auch sei, man muss es akzeptieren.

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