Von Ich zu ich

Ich schaue mir gerade die Neuverfilmung „Das Tagebuch der Anne Frank“ an. Der zweite Weltkrieg, ich habe dieses „Thema“ zu Schulzeiten gehasst, wirklich gehasst. Eine schlechte Note folgte der nächsten. Ich konnte/wollte nicht verstehen, warum der Lehrplan nichts anderes für uns bereit hielt. Dabei gab es solch unglaublich spannende Geschichten über Pyramiden und ihre Pharaonen, aus längst vergangenen Zeiten.

Noch grün hinter den Ohren stand ich also dort in dieser Gaskammer, im Konzentrationslager Bergen Belsen. Ein Ort durchtränkt von Leid und Schmerz. Zum ersten Mal in meinem Leben empfand ich aufrichtiges Mitleid.

Mit einem Schlag kehren alle diese Erinnerungen zurück zu mir. Wie naiv ich doch wahr. Anstatt den Lehrern im Unterricht zuzuhören, schaute ich verträumt aus dem Fenster, hing den unzähligen Verliebtheiten nach und ärgerte mich, dass die Zeit nicht Tod zu schlagen war. 15 Jahre später muss ich gestehen, dass ich mein damaliges „ICH“ aus heutiger Sicht so gar nicht leiden mag.

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Eine Antwort auf „Von Ich zu ich

  1. Nun, als Jugendliche(r) beschäftigt man sich nunmal mit anderen Dingen und vieles davon ist einfach interessanter als der teilweise trockene Schulstoff, den die Lehrer versuchen an die Schüler zu vermitteln. Ich kann meine Mutter noch immer hören, wie sie sagte „Schulzeit ist die schönste Zeit. Ihr werdet das noch vermissen.“ Ich habe sie auch immer belächelt. Doch ich kann mich auch erinnern, wie sich meine Klasse gut 3 Wochen nach Beginn der Lehrzeit getroffen hat und alle, aber wirklich ALLE meinten, dass sie wieder zurück in die Schule wollen. Die letzten beiden Schuljahre waren auch für mich die schönsten. Aber wie es so ist, der Zeiger der Uhr dreht sich weiter und auch wir müssen weitergehen.

    Ich finde es auch manchmal schade, dass vielen Jugendlichen nicht klar ist, dass sie ihren Weg ins spätere Leben selbst definieren und eine Ausbildung ein wichtiger Schritt ist. Vielen ist das nicht bewusst und man geht mit einer gewissen Gleichgültigkeit durch die jugendlichen Jahre. Und irgendwann wacht man dann auf, doch die Jahre bzw. die Zeit kann man nicht mehr zurück drehen und dann heisst es „Hätte ich damals nur…“

    Man entwickelt sich weiter und wird (hoffentlich) auch weiser. Ich bin überzeugt, würde es Zeitreisen geben, würde so mancher zurückreisen und seinem früheren Ich eine Schelle geben und in den Hintern treten. 🙂

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